A World Equal to Our Hopes

Mit der Unschuld vom Lande bezeichnet man meist ein unbescholtenes, sich im Naturzustand befindendes naives Mädchen, das Opfer eines listigen Verführers wird. In gewisser Weise widmet sich der Regie-Poet Terrence Malick in seinen Filmen jener Unschuld vom Lande, wenn auch in anderer, genitiver, Hinsicht. Im Land, der Natur, liegt die Unschuld, die von der westlichen Zivilisation verführt wird und ihr zum Opfer fällt. Das Bild des aus dem Garten Eden verstoßenen Menschen durchzieht Malicks Œuvre von Badlands über Days of Heaven hin zu The Thin Red Line. Doch in keinem Film thematisierte Malick die gescheiterte Rückkehr ins Paradies wie in seinem unterschätzten Meisterwerk The New World.

In diesem, einer fiktionalisierten Wiedergabe des Pocahontas-Mythos’, spaltete der Regisseur rund acht Jahre nach seinem weithin gelobten The Thin Red Line – mal wieder – die Kritiker. „Postkartenkino mit etwas Meditationskolorit“, nannte Thomas Groh damals The New World [1], Andreas Busche schrieb in der Taz von „mythopoetischem Schmarrn“ [2] und für den Kunsttheoretiker Klaus Theweleit mutierte Malicks Film „zum kolonialistischen Softporno“ [3]. Positiver wurde The New World dagegen im englischsprachigen Ausland aufgenommen. So erachtete der Regisseur Mark Cousins ihn als “cinematic masterclass” und schrieb, der Film “went beyond cinema” [4]. Andere Meinungen waren noch überschwänglicher.

Für John Patterson überdauert der Film nicht nur das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts [5], sondern “with The New World cinema has reached its culmination” [6]. Matt Zoller Seitz beschrieb sich weniger als Fan den als Jünger von Malicks Werk und nannte dieses “this era’s 2001: A Space Odyssey [7]. Entsprechend bemerkte Doris Kuhn, der Film werde „entweder verdammt oder glorifiziert“ [8], während Adrian Martin daran erinnerte, dass keines von Malicks Werken bei seinem Kinostart einhellig gut aufgenommen wurde [9]. Aktuell wurde jedoch nur sein jüngster – und nicht minder missverstandener – To the Wonder bei Metacritic wie Rotten Tomatoes noch schlechter von Kritikern rezipiert [10].

Wieso The New World nun gerade bei deutschen Rezensenten derart schlecht abschnitt, wo der Film doch seinen drei Vorgängern inhaltlich wie inszenatorisch auf dem Pfad folgt, bleibt unverständlich. Vielleicht übertrieb es der Regisseur mit seiner Darstellung des Pocahontas-Mythos’, den er sich für seine eigene Philosophie zu Nutzen macht. “Malick explores the ways in which history, legend and ideology combine to produce possibilities for a pluralistic ‘worldview’”, schrieb James Morrison [11]. Insofern erzählt Malick weniger die Geschichte der ersten Kolonie Jamestown, von John Smith und seiner Begegnung mit Powhatan-Prinzessin Pocahontas, sondern bedient sich dieser als Mittel zum Zweck.

Als Handlungsrahmen dient die Ankunft der ersten britischen Kolonialisten um Captain Newport (Christopher Plummer) in Virginia 1607 und ihre Gründung von Jamestown. Zuerst in Einklang mit dem amerikanischen Ureinwohner-Stamm der Algonquin lebend, tritt Newport die Heimreise an, um Lebensmittelnachschub für die Kolonie zu besorgen. In seiner Abwesenheit überlässt er Jamestown in den Händen von Captain John Smith (Colin Farrell), der später flussaufwärts den Kontakt mit den Algonquin sucht. Deren Häuptling (August Schellenberg) nimmt Smith in seiner Mitte auf, um dessen Motive nachzuvollziehen und lässt ihn in der Obhut seiner noch jugendlichen Tochter Pocahontas (Q’Orianka Kilcher).

Pocahontas selbst ist ebenfalls eine Repräsentation der eingangs erwähnten Unschuld vom Lande, da “by virtue of her age and gender an innocent” [12]. Ähnlich wie in Badlands und Days of Heaven ist es mit ihr die naive-kindliche Mädchenfigur, die Malick als (weibliche) Erzählstimme auswählt [13]. Sekundär dazu hören wir auch von Colin Farrells Charakter das Gros seiner Gedanken aus dem Off, in gewisser Weise dienen aber Pocahontas und Smith als zwei Stimmen derselben Person – zumindest in Malicks pluralistischer Deutung. Beide sind, wie alle seine Figuren, auf der Suche nach dem Natur- und Urzustand [15]. Pocahontas erscheint nicht weniger ziellos als Smith, trotz ihrer naturalistischen Art.

Gleich zu Beginn sehen wir sie inmitten eines Flusses, die Erde als „Mutter“ ansprechend, nach der sich Pocahontas sehnt. “How shall I seek you? Show me your face”, sagt sie und fragt zu einem späteren Zeitpunkt: “Mother, where do you live?”. Ähnliche Hinterfragungen kennt man zuletzt aus The Tree of Life oder To the Wonder, in denen die Figuren sich mit ihren Fragen an Gott wenden. Gott und Mutter Erde sind in Malicks Universum dasselbe, schlicht der Ursprung des menschlichen Daseins, in dessen Schoß sich diese wieder sehnen. “You, the great river that never runs dry”, sinniert Pocahontas. “We rise from out of the soul of you.” Mit keinem seiner Filme ist Malick wohl so nah an Ralph Waldo Emerson.

“Spirit is the Creator”, schrieb dieser [14]. Und wie Pocahontas ist auch Smith auf der Suche nach dem Urgeist. “What voice is this that speaks within me?”, fragt er sich. “Guides me towards the best?” In ihm drückt Malick am stärksten seine emersonische Haltung aus. Denn es ist der vermeintliche Meuterer Smith, der buchstäblich in Ketten jene neue Welt betritt und in ihr (wieder) seine Freiheit erlangt. “I was a dead man. Now I live”, sagt er selbst und sieht sich im “fabled land” angekommen. “There life shall begin. A world equal to our hopes. A land where one might wash one’s soul pure. Rise to one’s true stature. We shall make a new start. A fresh beginning. (…) Men shall not make each other their spoil.”[16]

Endlich scheint der ruhelose und glücklose Smith am Ziel angelangt, inmitten jener neuen Welt, fern seiner eigenen Kultur [17]. Die Algonquin empfindet der britische Soldat als sanft, wohlgesinnt, liebevoll, vertrauensvoll, jede Arglist oder Betrug vermissend und Worte wie Lüge, Wiedergutmachung, Gier und Neid nicht einmal im Wortschatz tragend. “Real what I thought a dream”, gibt sich Smith so erstaunt wie bewundernd. Seine – und damit natürlich Malicks – verklärte Darstellung der Algonquin kritisierte Robert Silverman dann entsprechend als “idealisation and infantilisation, not without New Age spirituality, and at times (..) too close to Karl May and [Henry Wadsworth, Anm. d. Verf.] Longfellow” [18].

Smith bestaunt das Powhatan-Dorf ebenso wie Private Witt (James Caviezel) acht Jahre zuvor die Eingeborenen in The Thin Red Line [19]. Beide Männer sind Brüder im Geiste wie alle von Malicks Figuren ein und dieselben Charaktere in der immer gleichen Handlung zu sein scheinen [20]. Und ähnlich wie Witt wird auch Smith das Paradies abhanden kommen und er von der Realität wieder eingeholt werden. Auf den Ausflug in das harmonisch-schöne Dorf der Algonquin wartet die Trost- und Hoffnungslosigkeit von Jamestown, wo Wahnsinn und Hunger die Menschen zum Kannibalismus trieben. Ein gewollter Kontrast, der die beiden Zivilisationsideologien aufs Schärfste im Widerspruch zueinander zeigt [21] [22].

Ein Kontrast, der auch Smith bewusst wird. “Cannot walk two paths at once”, realisiert er, “ride two horses”. Es zeigt sich, dass er weiterhin der Ruhelose ist. “It was a dream. Now I am awake.” Mit der Ankunft der Kolonialisten hat der Schatten Einzug ins Licht erhalten, das verloren geglaubte Paradies ist somit erneut korrumpiert [23]. In seiner Ruhelosigkeit reißt Smith dann Pocahontas aus der Harmonie. Sie hat zuvor den Briten als neuen Fokus ihres Lebens ausgemacht. “Two no more. One. One. I am”, schwärmt die Jugendliche. “You flow through me like a river”, sagt sie über Smith und versieht ihn mit der Metapher, die sie zu Beginn von The New World noch der Urmutter zugesprochen hatte.

Die Unschuld vom Lande wird nun enttäuscht von ihrem Verführer. Dieser ist zwiegespalten, kann weder dem Bild seiner Geliebten, noch seiner Landsleute entsprechen. Als Ausweg dient ihm nur ein weiterer vermeintlicher Neuanfang, “exchange this false life for a true one”. Den Vorschlag von Pocahontas, gemeinsam zu fliehen und sich eine „neue“ Welt zu suchen, verlacht Smith. “Where would we live? On a tree top?”, liefert er eine zynische Analogie zu Kit und Hollys Waldausflug in Badlands. “Is this the man I loved? (…) Where are you, my love?”, dringt die Stimme einer verzweifelten Pocahontas aus dem Off herein. Ihre Liebe endet am Ende so unglücklich, wie all jene Lieben in Malicks Filmen [24].

In jener Liebesgeschichte – weniger eine Geschichte über die Liebe von Pocahontas zu Smith als vielmehr eine über die Sehnsucht nach Liebe – findet sich der Hauptaspekt von The New World. Was außerhalb des Zusammenspiels der beiden Hauptfiguren geschieht, erfährt das Publikum nur nebenbei. Als wären die Charaktere nicht wirklich Teil jenes Geschehens [25]. Für die Kolonisation Virginias und den daraus resultierenden Genozid an den Ureinwohnern interessiert sich der Film kaum, was allerdings nicht bedeutet, dass er es gänzlich ignoriert. Zwischen den Zeilen führt Malick seine Kritik und Interpretation ein, allen voran natürlich die Gier des weißen Mannes nach Land und Reichtum.

Für Smith ist monetärer Reichtum “the source of all evil” und auch Emerson schrieb schon: “he who knows what sweets and virtues are in the ground, the waters, the plants, the heavens, and how to come at these enchantments, is the rich and royal man” [26]. Wie ein Zeitsprung gegen Ende jedoch verdeutlichen wird, vermochte Smith trotz all jener Jahre abseits von Virginia und Pocahontas nicht, seine Passage nach Indien zu finden. Er ist auch zum Schluss noch der Ruhelose, mit später Einsicht, dass er sein Glück bereits gefunden hatte [27]. Nicht unähnlich zu Pocahontas, die zwar im Tabakfarmer John Rolfe (Christian Bale) einen neuen Mann und zudem Vater ihres Sohnes findet, aber sich selbst verliert.

“You have gone away with my life”, heißt es von ihr als Smith sie verlässt. Nachdem sie, von ihrem Volk verstoßen, als Geisel nach Jamestown verkauft wird, legt sie ihren Namen – den der Zuschauer erst im Abspann erfährt – ab und adoptiert mit ihrer Taufe als Rebecca die Kultur der Kolonialisten. Die Unschuld der Figur und damit auch die Virginias ist erschüttert. Smith, der Pocahontas’ Liebe hatte, sie aber nicht wollte, wird nun abgelöst von Rolfe, der Rebeccas Liebe will, sie aber nicht haben kann. “Once false I must not be again”, schwört sich die junge Frau, die sich dann doch dem Farmer öffnet. Ihre Assimilation wird durch den Schlussbesuch in London komplettiert. Die „alte“ wird nun zur neuen Welt.

Die Suche nach dem Paradies und dem Urzustand ist für die Figur somit vorbei, “there is no going back, no question of any ‘return to nature’” [28]. Auf Smith wartet weiter seine Suche, auf Rebecca der unerwartete Tod. Mit ihr stirbt zugleich die Unschuld der Natur, die eigentliche Hauptfigur in The New World [29]. In der Rezeption des Films unterscheidet sich seine Deutung. Für Morrison behandelt er “the prospect of cultural exchange, through mutual education and sympathetic consort[30], bei Brett McCracken dagegen die menschliche Anpassungsfähigkeit. The New World is about (…) pushing on amidst hardship, pain, suffering, and striving to make the best of one’s circumstance” [31].

Diesbezüglich spiegelt Pocahontas für McCracken auch Amerika wider, “an ever changing, flexible experiment that must adapt to survive, concede setbacks and allow for dissent and frustration in order to move forward” [32]. Konträr dazu ließe sich die Adaption Pocahontas aber auch als Aufgabe ihrer Kultur zu Gunsten der Kultur der westlichen – oder in diesem Fall: östlichen – Zivilisation lesen. Dementsprechend repräsentiert nicht Pocahontas Amerika, sondern Jamestown, das seine Kultur anderen Zivilisationen aufzwingt und sie zur Assimilation zwingt. Die Entscheidung von Pocahontas zur Adaption ist durchaus aus ihrem Überlebenswillen geboren, dieser ist jedoch menschlich und nicht amerikanisch.

“I have two minds”, sagt Pocahontas mal. “What was I? What am I now? (…) Love is unbound by limits. This love is like pain. I am… I shall be… yours.” Ihre zwei Seelen lassen sich einerseits als ihre Identitäten Pocahontas, die Algonquin, und Rebecca, die Kolonialistin, verstehen. Zudem als ihre Liebe zu Smith, mit dem sie sich verschmolzen glaubt, letztlich aber auch zu Gott beziehungsweise Mutter Erde. Ein philosophisches Triptychon von Malick, dessen Figuren in einander nur die Liebe zum Leben suchen [33] und die Rückkehr in einen harmonischen Urzustand, die nicht mehr möglich scheint [34]. Für Ekkehard Knörer ist der Film dann Malicks „tota allegoria der Unschuld der Welt an ihrem (...) Ursprung“ [35].

Jener Ursprung liegt natürlich in der Natur, denn “nature never wears a mean appearance” [36]. Zwar treibt für Busche „der Kontrast aus Hypernaturalismus und ästhetischer Überhöhung (..) den Wäldern jede Natürlichkeit aus“ [37], aber Emerson schreibt “the beauty of nature must always seem unreal and mocking” [38]. Ins Extrem treibt Malick den Verstoß aus dem Paradies dann in England, “a site of grotesque de-naturalisation” [39]. Natur findet sich hier nur noch im Garten und auch dort nur „gezähmt“ und getrimmt. Schlussendlich sind die Figuren von Pocahontas und Smith ihrem Ziel weiter entfernt als zu Beginn des Films, entweder ruhelos oder tot und damit der Tradition des Regisseurs folgend.

Dass der Texaner sich in seiner filmischen Botschaft und Inszenierung wiederholt [40], ist inzwischen nichts Neues mehr und wurde speziell in To the Wonder deutlich. In The New World bedient sich Malick jedoch gezielt eines allseits bekannten Mythos. Sein Film ist für Zoller Seitz weniger eine Geschichte denn eine Erfahrung, “a vibe, a particular way of thinking about history and drama” [41], und für Patterson “a bottomless movie, almost unspeakably beautiful and formally harmonious” [42]. In Verbindung mit den grandiosen Bildern von Malicks nunmehrigem Stamm-Kameramann Emmanuel Lubezki ist The New World in bestem literaturwissenschaftlichen Sinne als „naiv“ zu bezeichnen [43].

Zugleich ließe sich der Film selbst ebenfalls als die Unschuld vom Lande lesen, unbescholten und naiv ein Opfer seiner Kritiker geworden. “For a prestige picture it was booked with what seemed like reluctance, minimally, resentfully”, erinnert sich Cousins [44]. Dabei ist wohl keiner von Malicks Filmen derart träumerisch und märchenhaft, zugleich jedoch so konkret im Abhandeln der ewigen Fragen seines Regisseurs. Vielleicht bedarf es noch mehr Zeit, um The New World jene Anerkennung zu bescheren, die der Film verdient. Letztendlich wird aber auch der Zuschauer zur selben Erkenntnis gelangen wie Smith am Ende des Films: “I thought it was a dream… what we knew in the forest. It’s the only truth.”



Quellenangaben:

[1] Thomas Groh: The New World, in: F.LM – Texte zum Film, 15.02.2006, http://www.f-lm.de/2006/02/15/berlinale-2006-wettbewerb-the-new-world-terrence-malick-usa-2005/.
[2] Andreas Busche: Die Unschuld der Gräser, in: Taz.de, 02.03.2006, http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/03/02/a0158.
[3] Klaus Theweleit: Kolonialistischer Softporno, in: Zeit.de, 09.02.2006, http://www.zeit.de/2006/07/Pocahontas/komplettansicht.
[4] Mark Cousins: Praising The New World, in: Hannah Patterson (Hrg.): The Cinema of Terrence Malick. Poetic Visions of America, New York/London ²2007, S. 192-198, hier S. 193.
[5] vgl. John Patterson: The New World. A misunderstood masterpiece?, in: The Guardian, 10.12.2009, http://www.guardian.co.uk/film/2009/dec/10/the-new-world-terrence-malick: “when every other scrap of celluloid from 2000-2009 has crumbled to dust, one film will remain (…) and that film is The New World”.
[6] ebd.
[7] Matt Zoller Seitz: Just Beautiful, in: Slant Magazine, 25.01.2006, http://www.slantmagazine.com/house/2006/01/just-beautiful/.
[8] Doris Kuhn: Sexappeal, mal ernsthaft, in: Sueddeutsche.de, 17.05.2010, http://www.sueddeutsche.de/kultur/im-kino-the-new-world-sexappeal-mal-ernsthaft-1.436309.
[9] vgl. Adrian Martin: Approaching The New World, in: Hannah Patterson (Hrg.): The Cinema of Terrence Malick. Poetic Visions of America, New York/London ²2007, S. 212-221, hier S. 218: “no Malick film was received unanimously well at the moment of its initial release”.
[10] The New World erhielt bei Metacritic 69/100 Punkte und bei Rotten Tomatoes 61%, To the Wonder wiederum 58/100 bei Metacritic und 42% bei Rotten Tomatoes, vgl. http://www.metacritic.com/person/terrence-malick?filter-options=movies und http://www.rottentomatoes.com/celebrity/terrence_malick/ (Stand: 07.08.2013).
[11] James Morrison: Making Worlds, Making Pictures. Terrence Malick’s The New World, in: Hannah Patterson (Hrg.): The Cinema of Terrence Malick. Poetic Visions of America, New York/London ²2007, S. 199-211, hier S. 200.
[12] Anne Latto: Innocents Abroad. The Young Woman’s Voice in Badlands and Days of Heaven, with an Afterword on The New World, in: Hannah Patterson (Hrg.): The Cinema of Terrence Malick. Poetic Visions of America, New York/London ²2007, S. 88-102, hier S. 98.
[13] Unter anderem Latto kritisierte, dass Pocahontas’ Erzählstimme sich entgegen des von Malick angestrebten Authentizitätsanspruchs seines Films statt Algonquin der englischen Sprache bedient, ebd., S. 99: “we may question why her narration was not in her native tongue (…) this remains a problem”.
[14] vgl. hierzu Ron Mottram: All Things Shining. The Struggle for Wholeness, Redemption and Transcendence in the Films of Terrence Malick, in: Hannah Patterson (Hrg.): The Cinema of Terrence Malick. Poetic Visions of America, New York/London ²2007, S. 14-26, hier S. 15: “At the heart of all (..) films is an Edenic yearning to recapture a lost wholeness of being, and idyllic state of integration with the natural and good both within and without ourselves”.
[15] Ralph Waldo Emerson: Nature (1836), in: Ders.: Nature and Other Essays, Mineola 2009, S. 1-33, hier S. 11.
[16] vgl. hierzu Ralph Waldo Emerson: Nature (1844), in: Ders.: Nature and Other Essays, Mineola 2009, S. 35-47, hier S. 35: ”At the gates of the forest, the surprised man of the world is forced to leave his city estimates of great and small, wise and foolish (…) here is sanctity which shames our religions, and reality which discredits our heroes” sowie S. 36: “How easily we might walk onward into the opening landscape, absorbed by new pictures and by thoughts fast succeeding each other, until by degrees the recollection of home was crowded out of the mind, all memory obliterated by the tyranny of the present, and we were led in triumph by nature”.
[17] “How many lands behind me? How many seas?”, sinniert Smith eingangs. “The fortune never my friend.”
[18] Robert Silverman: Terrence Malick, Landscape and ‘What is this war in the heart of nature?’, in: Hannah Patterson (Hrg.): The Cinema of Terrence Malick. Poetic Visions of America, New York/London ²2007, S. 164-178, hier S. 176.
[19] Erneut kommt einem Emerson in den Kopf: “In the woods is perpetual youth (..) these plantations of God. (…) In the woods, we return to reason and faith. There I feel that nothing can befall me in life – no disgrace, no calamity (…) all mean egotism vanishes (…) I am nothing. I see all”, s. Emerson (1836), S. 3.
[20] siehe hierzu auch Cousins, S. 197: “Each time [Malick] goes away from our screens, he seems to unlearn what life has taught him and start again with new characters”.
[21] vgl. Morrison, S. 200: “Malick shows how the inexpressibly violent becomes intertwined with the provisionally ‘beautiful’”.
[22] Eine Erklärung bietet Emerson: “Cities give not the human senses room enough”, s. Emerson (1844), S. 36.
[23] vgl. hierzu auch Benjamin Strong: More Than Just a Pretty Picture. The subtle greatness of Terrence Malick’s The New World, in: Slate, 26.05.2006, http://www.slate.com/articles/arts/dvdextras/2006/05/more_than_just_a_pretty_picture.html: “The achievement of The New World is not to evoke a paradise lost, but to conjure the terrible beauty of the one we remain intent on destroying”.
[24] vgl. Kit und Holly in Badlands, Abby und Bill/der Farmer in Days of Heaven, Private Bell und seine Frau in The Thin Red Line, mit Abstrichen Mr. und Mrs. O’Brien in The Tree of Life sowie Neil und Marina/Jane in To the Wonder.
[25] vgl. Martin, S. 213: “What makes Malick’s characters so ghostly is the sense that they scarcely seem to belong inside the stories that carry them along”.
[26] Emerson (1844), S. 37.
[27] “Did you find your Indies, John?”, fragt ihn Pocahontas bei ihrem Wiedersehen. Smith erwidert daraufhin: “I may have sailed past them”.
[28] Morrison, S. 209.
[29] “While in previous films Malick’s nature imagery often appeared in dissociated interludes between narrative segments, here it is part of the narrative sequence”, schreibt Morrison (ebd., S. 202). Auch Roger Ebert bemerkt, Malick “places nature in the foreground, instead of using it as a picturesque backdrop as other stories might”, s. Roger Ebert: The New World, in: RogerEbert.com, 19.01.2006, http://www.rogerebert.com/reviews/the-new-world-2006.
[30] Morrison, S. 205.
[31] Brett McCracken: The New World, in: The Search, 14.05.2011, http://stillsearching.wordpress.com/2011/05/14/the-new-world/.
[32] ebd. Für Anne Latto zeigt Pocahontas mit ihrem Englandbesuch “she is able to enact whatever role is required of her, regardless of clothes or name” (Latto, S. 100).
[33] vgl. Mottram, S. 23: “The film itself can be seen as the song of the land that Pocahontas prays for”.
[34] vgl. Kuhn, Internet: „Man spürt seine Sehnsucht nach einem Paradies, seine Trauer über dessen Verlust“.
[35] Der Film sei „die Darstellung der Unschuld, und zwar am Nullpunkt der amerikanischen Zivilisation, wie wir sie kennen (…) Was Malick inszeniert ist eine tota allegoria der Unschuld der Welt an ihrem, oder jedenfalls: einem, über alles historisch Besondere eben aufs Grundsätzliche hinausweisenden Ursprung“, s. Ekkehard Knörer: Terrence Malick. The New World, in: Jump Cut, 2006, http://www.jump-cut.de/berlinale2006-thenewworld.html.
[36] Emerson (1836), S. 2.
[37] Busche, Internet.
[38] Emerson (1844), S. 39.
[39] Morrison, S. 203.
[40] vgl. Kuhn, Internet: „Man weiß also, was er liebt, was er kann, was er zeigen wird, wenn er eine der seltenen Gelegenheiten nutzt, wieder einen Film zu machen“. Siehe auch [20].
[41] Zoller Seitz, Internet.
[42] Patterson, Internet.
[43] Das heißt „in vollem Einklang mit Natur und Wirklichkeit stehend“, s. http://www.duden.de/rechtschreibung/naiv#Bedeutung2.
[44] Cousins, S. 192.

Szenenbilder The New World © Entertainment In Video.

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